df-Interview | Eva Vorkoeper
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Ein paar Fragen an ...


  Eva Vorkoeper

Hanstedt / Hamburg

Dipl. Modedesignerin
Moto Couture





Wie begann Dein Weg als Designerin ?

Von klein auf war ich begeistert etwas entstehen zu lassen, etwas wachsen zu sehen: Stoffreste und andere Fundstücke wurden zu neuen Dingen verarbeitet. Dies zog sich weiter durch mein Leben.
An der ersten richtigen Nähmaschine – meine allererste war eine kleine Rote vom Flohmarkt, die nicht funktionierte – entstanden dann aus alten Bettlaken Hosen, Gardinen wurden als „Lochstickereien“ in Stoffe eingesetzt und aufgebrauchte Sweat-Shirts zerschnitten und zu Neuem kreiert. Der Blick für Design und Gestaltung kam dann im Studium.



Was gefällt Dir ganz besonders am Designberuf ?

Immer wieder neue Ideen entwickeln zu dürfen.
Dazu schätze ich die Komplexität einer Designaufgabe und das lösungsorientierte Arbeiten.



Wo liegen derzeit Deine Arbeitsschwerpunkte und welche Tätigkeiten interessieren Dich darüber hinaus ?

Schwerpunkt ist derzeit die Entwicklung und der Aufbau meines neuen Modelabels Moto Couture, einer Modelinie für begeisterte Zweirad-Fahrerinnen und -Fahrer, in der sich Chic mit Funktion verbindet.
Darüber hinaus halte ich Vorträge und gebe individuelle Einzelberatungen für Designerinnen und Designer, die ihre Kreativprodukte in Eigenregie auf dem Markt platzieren möchten.



An welches Deiner Produkte/Projekte/Konzepte erinnerst Du Dich gerne und warum ?

Mit meiner damaligen Kollegin Bettina Göttke-Krogmann hatte ich den Auftrag die Arbeiten einer amerikanischen Fotografin in eine Taschen- und Stoffkollektion umzuwandeln. Es hat so viel Spaß gemacht, Lösungen für die Umsetzung der Fotografien und Zitate aus diesen als Druck auf die verschiedensten Stoffarten und ihrer so unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten zu finden, um im nächsten Schritt ansprechende Produkte daraus zu kreieren. Wir reden beide heute noch gerne davon.




MC_Damenhemd


MC_Tunika


MC_Damenmantel

Was inspiriert Dich ?

Wenn ich eine Idee oder ein Projekt im Kopf habe, begleitet es mich unterbewusst immerzu. So kann ich letztendlich überall und von allem inspiriert werden.



Was macht für Dich die Qualität eines gut gestalteten Produktes aus ?

Im Modedesign hat mich stets das Zusammenspiel von Kleidung mit dem Körper und seiner Bewegung interessiert. Daher ist für mich ein gut gestaltetes Produkt, in meinem Fall ein Kleidungsstück, die gelungene Kombination aus einer Schnittführung, die dem Körper die notwendige Bewegungsfreiheit lässt und gleichzeitig eine attraktive, moderne Silhouette erzeugt. Passende Stoffauswahl, Materialien und Verarbeitung vollenden dabei das Gesamtbild.



Für welche gesellschaftlichen Ziele und Projekte interessierst Du Dich als Designerin oder als Privatperson ?

Als Privatperson als auch als Designerin ist mir die lokale Förderung sehr wichtig. Leider hören sich oft benutzte Worte immer ein wenig abgegriffen ab, aber nach wie vor unterstütze ich „buy local“ und kaufe bevorzugt bei kleinen unabhängigen Läden und Anbietern in meiner Umgebung. Für mein Designlabel weite ich das Lokale auf Deutschland und das europäische Ausland aus, was Material- und Stoffeinkauf angeht. Für die Fertigung bin ich sehr froh nach langem Suchen eine Produktion in Hamburg gefunden zu haben.



Welche Designerin schätzt Du besonders und was begeistert Dich an ihr ?

In dem Sinne hatte ich noch nie feste Vorbilder, ich entscheide jeweils von Design zu Design, von Produkt zu Produkt, von Situation zu Situation.



Was tust Du noch gerne ?

Motorrad fahren, im Garten liegen und Unkraut zupfen.



Hast Du gerade einen tollen (Buch-)Tipp oder ein aktuelles "Fundstück" ?

Mit Blick auf die letzte Frage kann ich vielleicht noch ein Buch empfehlen für Designerinnen, die sich selbständig machen möchten oder mit dem Gedanken spielen: Effectuation von Michael Faschingbauer.
Effectuation stellt die herkömmliche kausale Management-Logik (Ziele setzen – planen – umsetzen) auf den Kopf. Es geht darum, ohne feste Zielvorgaben, lediglich auf der Basis der eigenen Mittel unternehmerisch zu handeln.



Welchen Rat würdest Du heute Designerinnen zum Berufseinstieg geben ?

Aus meiner Erfahrung als Coach oder Beraterin heraus kann ich sagen, dass viele Berufseinsteigerinnen Probleme mit der Einschätzung und Berechnung ihrer eigenen Leistung oder des selbstentwickelten Produktes haben. Das ist auch wirklich schwierig und ich kann auch nur empfehlen sich dahingehend zu informieren. Adäquate Bezahlung steigert die Wertschätzung unseres Berufes und der eigenen Person und hält die Leidenschaft zu unserem Beruf aufrecht. Gerade im Internet-Zeitalter kann man aufgrund vermeintlich geringem Vertrieb-Aufwandes verführt werden Produktpreise viel zu niedrig zu berechnen.



Kontakt

www.ev-onscreen.de
www.moto-couture.com

Produktfotos © Dr. Volker Prasch Photography



 
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