df-Interview | Christiane von Savigny
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Ein paar Fragen an ...



  Christiane von Savigny

Isernhagen bei Hannover

Möbel Design Studio
Schwerpunkt Möbeldesign





Wie begann Dein Weg als Designerin ?

Zum ersehnten Designstudium habe ich mich erst nach heftigem inneren Ringen zwischen den ausgesprochenen und unausgesprochenen Ratschlägen meiner Eltern durchgeackert. Denn zunächst begann ich Jura (Vater) zu studieren und absolvierte gleichzeitig die Ausbildung zur Auslandskorrespondentin (Mutter) und bewarb mich unterdessen an diversen Designhochschulen. Glücklich und hochmotiviert studierte ich dann Industrial Design in Kassel. Meine Wahl fiel auf den Schwerpunkt Möbel- und Ausstellungsdesign, angezogen von der Faszination von Holz & Metall, den herrlichen Werkstätten und der besonderen Professorenpersönlichkeit von Hans Ell. Zusätzlich befasste ich mich parallel mit Projekten im Textildesign, Aktzeichnen und Aquarellmalerei, sodass ich ein überaus ausgefülltes und bereicherndes Studium genoss.
Meine Examensarbeit, ein Sitzmöbelprogramm aus Stahlrohr, führte mich dann treffsicher zur Gebrüder Thonet GmbH nach Frankenberg und ging als „Programm 5000” in Serie, eine Designauszeichnung folgte. Zunächst war ich Freie Mitarbeiterin, dann bald angestellt als Werksdesignerin. Ich identifizierte mich sehr und liebte diese Firma. Nach 5 Jahren in Frankenberg folgte ich der inneren Stimme und arbeitete in Stuttgart mit Spaß & Eifer als Projektpartnerin mit Prof. Wulf Schneider erfolgreich zusammen (Stapelstuhlprogramm S 570 für Thonet, Drehsessel S 740 für Thonet, umfangreiches Büromöbelsystem IQ für Bolte, Stapelstuhl Combo für Fröscher). Eine tolle Zeit auf dem harten Pflaster des Möbeldesigns, die auch dank der unternehmerischen Fähigkeiten von Wulf Schneider so erfolg- & lehrreich war.
Nach vielen goldenen Jahren mit Familie & Kindern arbeite ich seit einigen Jahren, als einzige Designerin, in einer Ateliergemeinschaft in einer ehemaligen Druckerei in Hannover. Hier inspiriert und unterstützt mich meine zauberhafte Freundin Silke als Mensch & Künstlerin. Eine NLP-Ausbildung unterstützt mich im Selbstcoaching als selbständige Designerin im Umgang mit mir, anderen Menschen und Geschäftspartnern.



Was gefällt Dir ganz besonders am Designberuf ?

Die Vielseitigkeit, die Ganzheitlichkeit von Gestaltung. Dieses immer wieder neu auf die Welt mit ihren Möglichkeiten zu schauen, die direkte Konfrontation mit mir selbst mit der Chance dabei über mich selbst hinauszuwachsen. Sich selbst treu zu bleiben und dennoch die eigene Art zu denken, also die zugrundeliegende „Software” des Denkens immer wieder zu überprüfen, zu erneuern.



Wo liegen derzeit Deine Arbeitsschwerpunkte und welche Tätigkeiten interessieren Dich darüber hinaus ?

a. Topfuntersetzer ,3Ecke
Stolz bin ich auf meinen brandneuen, ersten Online-shop, den ich „generationsübergreifend” mit meiner Tochter Antonia gestaltet habe.
So kann ich die 3Ecke im Direktvertrieb aus wunderbaren Massivhölzern anbieten. Hier trifft sich Design & Handwerk, wobei mir die handwerkliche Fertigstellung des Schleifens, Brandstempelns, Ölens bis hin zu den schönen Papierbanderolen mit dem selbstgestalteten Etiketten großen Spaß macht. Praktisch, preiswert, cool & chic als ästhetisches, langlebiges (Weihnachts-)Geschenk für Sie/Dich selbst, Familie & Freunde. (Foto 1) 

b. ,Farb-Ton-Griff-Tabelle’ für das Violoncello
Mein persönlich wichtiges Baby ist die Entwicklung & Vermarktung der direkt auf das Griffbrett aufziehbaren Folientabellen für das Cello.
Es ist Marktnische & Innovation zugleich, wofür ich das Gebrauchsmusterschutzrecht bekommen habe. Man muss Cellistin & Designerin zugleich sein, um so ein Projekt marktreif entwickeln zu können. Ich bin es! Das Cello ist für mich das schönste aller Musikinstrumente und ich wollte so gerne ein sinnvolles & praktisches Tool entwickeln um die Systematik der Töne auf dem Violoncello zu erfassen. Meine Tabellen sind eine visuelle Unterstützung des auditiv-kinästhetischen Lernprozesses und es macht einfach Sinn & Freude damit zu spielen. Ich präsentiere das Grifftabellen-Projekt auch an Musik(hoch)schulen mit Instrumenten zum Ausprobieren. 

c. Möbeldesign vSavigny.de
In meinem Schwerpunkt Möbeldesign habe ich als Formholz-Fan z.B. das Sesselprogramm „hug” entwickelt, das beim 7. Becker-Design-Forum in die Top-Ten gekommen ist, deshalb als 1:1 Modell mit Formholz-Seitenteilen gebaut und auf der Messe Interzum 2015 in Köln gezeigt wurde. Für welchen Hersteller im Wohn- & Objektbereich könnte dieses markante Sesselprogramm genau passend sein?
Darüber hinaus experimentiere ich gerade in 1:1 an einer spannenden Stapelstuhlidee und kann mir auch vorstellen, mich mit einer Kollegin oder einem Kollegen als Designer-Duo neu zusammenzufinden, das kann auch in Hamburg oder Berlin sein. (Foto 2)



An welches Deiner Produkte/Projekte/Konzepte erinnerst Du Dich gerne und warum ?

Gerne erinnere ich mich an die Entwicklung meines originellen, bequemen Polsterfreischwingers mit den 3 Kissenteilen, denn er folgt meinem Credo der raffinierten Einfachheit (Foto 3). Nach beharrlichem Ringen um die richtige Form & Proportion, in Form von vielen Modellbau-Varianten, präsentierte ich den Sessel bei der Firma Thonet und er kam dort als Modell S 78 ab 1984 kurze Zeit in Produktion, dekoriert mit 2 Designauszeichnungen. Mit Freude würde ich diese zeitlose Idee, die so gemütlich verschiedene Sitzpositionen zulässt in neuer Fasson und 2-3 Gestellvarianten mit einem neuen Hersteller auf den Markt bringen...




Topfuntersetzer-Set 3Ecke in Kirsche


Sessel „hug"


Polsterfreischwinger

Was inspiriert Dich ?

Wenn (m)eine Idee stimmig, selbstverständlich und folgerichtig ist. Die unbändige Schönheit der Natur, das Licht der Abendsonne bei gegrillter Fischplatte auf blumenumrankter Terrasse, der Esprit eines fröhlichen, herzlichen Menschen, die Worte und Taten meiner wunderbaren Töchter, der sonore Klang eines lieben Mannes, der köstlich kochen und lachen kann.



Was macht für Dich die Qualität eines gut gestalteten Produktes aus ?

Raffinierte Einfachheit! Langlebigkeit, Wertigkeit und praktischer Nutzen.



Welche Designerin schätzt Du besonders und was begeistert Dich an ihr ?

Patricia Urquiola. Sie arbeitet seit vielen Jahren so erfolgreich mit sehr spannenden internationalen Firmen, hauptsächlich im Möbeldesign, aber auch darüber hinaus.



Was tust Du noch gerne ?

Reiten! Das ist ein wichtiger Eckpfeiler meines Lebens. Bin jeden Tag dankbar für mein tolles viergängiges Islandpferd Lotto, mit dem ich auch ab und zu mit großem Spaß auf Turnieren reite. Außerdem spiele ich sehr gerne Cello, denn es ist mein Instrument, das mich gerne bis zu meinem Lebensende begleiten darf.



Hast Du gerade einen tollen (Buch-)Tipp oder ein aktuelles "Fundstück" ?

Ideale Unterstützung des so wichtigen Selbst-Coachings: „Der Selbstentwickler” von Jens Corrsen.
Und das einzige Buch das ich seit langem ruck-zuck vor Begeisterung durchgelesen habe: „Der Lotze” von Frederick Forsyth.



Welchen Rat würdest Du heute Designerinnen zum Berufseinstieg geben ?

Nach dem Studium zunächst einige Jahre angestellt (oder als Freie Mitarbeiterin) in einem gut organisierten, vielseitigen Büro mitzuarbeiten und sich erst danach selbständig zu machen, vorzugsweise als Duo. Ich sehe im Möbeldesign, dass oft das Designer-Duo am erfolgreichsten ist: zwei Partner die sich ergänzen, inspirieren, ermutigen, sich spiegeln und in den Flow bringen können.



Kontakt

www.vSavigny.de
www.3Ecke.de
www.farb-ton-griff-tabelle.de



 
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