df-Interview | Maxi Meißner
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Ein paar Fragen an ...


  Maxi Meißner

Berlin

Corporate Design, Interieur Design
Produkt Design, Packaging Design





Wie begann Dein Weg als Designerin ?

Mein Weg begann als selbständige Diplom-Designerin direkt nach dem Produktdesignstudium an der UdK Berlin mit einem Grafikauftrag. Diesen traute ich mir zu, da ich während meines Studiums ein Jahr lang erfolgreich in Kanada am ACAD visuelle Kommunikation studiert hatte. Auf diesen Grafikauftrag folgten dann dank wirksamer Kaltakquise weitere Designaufträge.



Was gefällt Dir ganz besonders am Designberuf ?

Je länger ich den Beruf als Designerin ausübe, desto bewusster wird mir, welche Gestaltungsmacht wir oft haben und wie sehr wir Einfluss auf Verhaltensweisen nehmen können. Außerdem wird man mit der eigenen Arbeitserfahrung immer besser darin, sich die Welt auch anders gestaltet vorzustellen. Überall steckt Gestaltungspotential drin!



Wo liegen derzeit Deine Arbeitsschwerpunkte und welche Tätigkeiten interessieren Dich darüber hinaus ?

Zusammen mit Marion Seidel (auch im df!) entwickeln wir als „SEIDELMEISSNER designstudio“ Produkt- und Verpackungsdesigns sowie Kommunikationsmaßnahmen mit Fokus auf den Foodbereich. Dabei legen wir besonderen Wert auf die konzeptionelle Integrität der gesamten Produktlinie und deren gestalterisch, ästhetisch anspruchsvolle Umsetzung. Darüber hinaus erarbeite ich Ci- und Interieur Design-Konzepte für kleine und mittlere Unternehmen.



An welches Deiner Produkte/Projekte/Konzepte erinnerst Du Dich gerne und warum ?

Besonders freut mich die Umsetzung meines Interieur Design-Konzepts für die Kommunikationsagentur zweimaleins. Mich fasziniert es immer wieder aufs Neue, dass Menschen aufgrund meiner Gestaltung Gewohnheiten verändern. So werden z.B. viele Besprechungen nicht mehr im Sitzen abgehalten, sondern man trifft sich an dem von mir entworfenen „Scribbletisch“. Dabei handelt es sich um einen Tisch in Stehhöhe mit eingelassenem Flipchartblock. Zum Einsatz kommen zwei solcher Tische seit 3 Jahren, 
siehe auch: www.marktundmittelstand.de

Besonders gelungen finde ich außerdem die „Felicitas Spreewald Collection“, die ich zusammen mit Marion Seidel konzipiert, gestaltet und umgesetzt habe. Ziel des Projekts ist die Vermittlung der sorbisch-wendischen Kultur durch den Imageträger Schokolade, die Stärkung der Infrastruktur und die Vernetzung der regionalen Erzeuger. So haben wir zur eindeutigen Positionierung das Signet „Felicitas Spreewald Collection“ entwickelt, durch die sorbisch-wendische Kultur inspiriert ein Baukastensystem aus einzelnen Modulen erarbeitet und zu einem unverkennbaren Verpackungsdesign ausgearbeitet. Schokoladenprodukte wurden von uns konzipiert und umgesetzt, die spreewaldtypisch sind bzw. Geschichten aus dem Spreewald erzählen. U.a. haben wir innerhalb dieses Projekts die „Schokogurke“ erfunden, die gerade für den Designpreis Brandenburg 2013 nominiert wurde.
 www.designpreis-bb.de




Spreewald Collection für Confiserie Felicitas


Corporate Design, Produktentwicklung, Packaging Design


Interieur Design (für zweimaleins)

Was inspiriert Dich ?

Farben, Bilder, Gedanken, Worte, Menschen, Gespräche, Produkte, Umgebungen.



Was macht für Dich die Qualität eines gut gestalteten Produktes aus ?

Es kommt auf das Produkt an. Bei einem Küchenmesser lege ich viel Wert auf die Ergonomie und Haptik des Griffs, das Gewicht des Messers, die Schärfe und Qualität der Klinge. Im Gegensatz dazu hat es mir vor kurzem ein Wasserzerstäuber in Form eines Hunds angetan. Die humorvolle Forminterpretation hat mich einfach überzeugt. Als Gestalterin und Verbraucherin versuche ich mein Wissen rund um das Thema „Nachhaltigkeit“ immer weiter zu vertiefen und die Erkenntnisse in meinem (Arbeits)Leben umzusetzen – Stück für Stück.



Für welche gesellschaftlichen Ziele und Projekte interessierst Du Dich als Designerin oder als Privatperson ?

Als 1. Vorsitzende des designerinnen-forums liegen mir Frauen im Design und die Mitglieder des designerinnen-forums im Besonderen am Herzen. Mir persönlich ist zum einen der sensible – und nicht der dogmatische – Umgang mit der Sprache wichtig, also immer auch die Frauen sprachlich zu benennen und nicht nur 'mitzumeinen'. Zum anderen ist es mir wie auch dem Vorstand wichtig, mehr Frauen und Ihre Leistungen im und für das Design sichtbar(er) zu machen. Ein Weg dahin soll die neue Webseite sein, deren Konzept ich auf der Jahrestagung 2013 vorgestellt habe – auf der Grundlage der Arbeitsergebnisse von Astrid Buhne, Vivian Scheithe und Julia Weinmann.

Außerdem freut es mich, dass das Projekt „faces”, bei dem sich die Mitgliedsfrauen gegenseitig fotografieren, auf so viel Anklang stößt und für gute Laune und tolle Fotos sorgt. Mein so entstandenes Foto kommt z.B. auch für dieses „df-Interview” zum Einsatz. An dieser Stelle möchte ich ein ganz herzliches „Danke schön” aussprechen an: Uta Briegel, Fotokonzept „faces”, Christine Schönmüller, Konzept und Realisation „df-Interview” sowie Barbara Kirsch, Programmierung „df-Interview”.



Welche Designerin schätzt Du besonders und was begeistert Dich an ihr ?

Dank eines Uni-Projekts, iniziiert von Susanne Plöger (auch im df!), habe ich mich intensiv mit Eileen Gray und ihrem Haus E1027 in Frankreich auseinandergesetzt. Was diese Frau geschaffen und gestaltet hat, ist einfach atemberaubend.



Was tust Du noch gerne ?

Lachen! Grünen Tee trinken, lecker essen, Roséwein trinken, philosophieren, lesen, mich von meinen beiden Patenkindern verzaubern lassen, meine rote Ente fahren (die ich seit meinem 19. Lebensjahr habe), gärtnern, reisen, ins Museum gehen, am Lagerfeuer sitzen…



Welchen Rat würdest Du heute Designerinnen zum Berufseinstieg geben ?

Kommt ins df! Sich auch mal nur unter Frauen auszutauschen, schafft eine Atmosphäre, die Mut macht, die eigenen Ziele weiter zu verfolgen. So ging und geht es zumindest mir!



Kontakt

Maxi Meißner
Dipl. Designerin
www.MaxiMeissner.de
www.SeidelMeissner.de

 

Interview 01 / 2014

 

 



 
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